Saudade, Saudade

Maro mit Gabriel und Pedro Altério, Tommaso Taddonio (Carbeau) und Manuel Rocha

Nichts, aber auch rein gar nichts, ist besser, um eine stressige Woche abzuschließen, als ein gutes Konzert. Und dieses Konzert war verdammt gut. Im Knust, einer sehr kleinen und gemütlichen Venue, scheinen Konzerte immer greifbarer, irgendwie persönlicher zu sein.

Ich war noch nie in Portugal, aber wenn alle Menschen dort so drauf sind, wie die fünf auf der Bühne, muss es ein wunderbarer Ort sein. Maro ist so durchweg authentisch in ihrem Humor und auch der Musik. Das gleiche Gefühl, das ich schon bei Jacob Collier empfinde, erschleicht mich auch bei ihr: Viele Menschen machen Musik, einige wenige sind Musik. Es sprudelt nur so und alles ist ehrlich. Wahrscheinlich auch Grund dafür, dass ich schlicht jeden ihrer Songs mag.

An diesem Abend bin ich vor allem bei mir selbst, habe oft die Augen zu. Lasse mich von den Klängen an einen anderen Ort tragen. Weg von alltäglichen Kapriolen und Sorgen. An einigen Stellen muss ich einfach grinsen, wenn eine musikalische Pointe besonders gut sitzt, der Drop mich in Bewegung bringt; Andere Momente sind ruhiger, trauriger, tiefer. just wanna forget you oder can you see me? haben eine leise Wucht, mit der sie einschlagen.

Als sie noch mal auf die Bühne kommt, für eine nicht geplante Zugabe (das erste Mal auf dieser Tour!) singen wir gemeinsam, nur von der Gitarre begleitet, Still Feel It All. Auch jetzt fühle ich es noch, und laufe danach beseelt nach Hause.

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